Nun ist das Jahr schon etwas fortgeschritten, ein-zwei Politskandale konnten sich schon breit machen, alle sind wieder auf Malooche – trotzdem: Ein Gesundes Neues Jahr sei euch allen gewünscht!
Dieses Jahr fängt, wie wohl schon bemerkt, auf Deutsch an. Ich wohne ja jetzt wieder in Deutschland und bin daher von deutschen Dingen umgeben. Das hört sich nur blöd an, wenn man sich nicht vergegenwärtigt, dass wir ja irgendwie schon in einer globalen Welt leben. Ich arbeite jetzt auch vorwiegend auf Deutsch und nicht mehr so viel auf Englisch. Vor allem deswegen konnte ich in den letzten Monaten immer seltener nur Gedanken, die mir wichtig waren und die ich gerne auf einem Blog mitgeteilt hätte, ins Englische übertragen. Die meisten Dinge sind ja nur in dem Kontext, in dem sie auftreten oder sich ereignen, interessant. Da ist es mit der Globalisierung oder sogar nur Internationalisierung nicht so weit her. Was mich hier auf Deutsch und in Deutschland interessiert, das ist für Briten oder Amerikaner noch ziemlich lange ziemlich langweilig. Uns interessiert ja auch nicht, warum die Konservativen in Schottland so schlecht dastehen oder wo es mit der Unabhängigkeitsbewegung in dem Land hingeht, und bei den Amerikanern, wo wohl noch am ehesten ein paar mehr Sachen ein wenig Neugier hervorrufen, naja, da wissen wir letztlich ja auch , dass die alle irgendwie nicht ganz richtig ticken, und mehr wollen wir dann schon oft nicht mehr wissen. (Quid pro quo? Man kann es nicht genau sagen.)
Jetzt fange ich das Jahr zwar auf Deutsch an, aber das soll nun auch keine gänzliche Transformation bedeuten. Ist halt alles im Fluss. Kommt sicher auch wahl wieder etwas Englisches mit bei rum. Ändern tut sich an wesentlichen Dingen wenig, egal welche Sprache frau benutzt. Ein großes Problem beim Bloggen ist für mich die Abwesenheit von einem echten Gespräch, also dass man eben auch Antworten kriegt. Das finde ich immer schade. Da sitz ich hier und schreibe und kriege auch erstaunlich viele ‘hits’ im Laufe eines Tages, aber keiner sagt einen Mucks direkt zu mir. Blöd ist auch, dass ich instinktiv immer so etwas wie Lernerfolgsgeschichten schreiben will. Das sind Anekdoten, in denen ich erzähle, wie ich irgendwie was dazu gelernt habe. Das Genre liegt mir irgendwie, mache ich auch ganz gerne, wirklich – Irren ist menschlich und Dazulernen ist einfach toll – aber da macht man sich auch so angreifbar! Das ist immer etwas schwierig. Das verwandte Genre des Kritikübens an den bestehenden Verhältnissen ist mir dann widerum zu arrogant und besserwisserisch, obwohl es mir leider auch liegt.
Also bleibt zum Bloggen immer gar nicht so viel übrig! Oder doch? Sicherlich ändert sich das alles ein wenig, wenn ich auf Deutsch blogge. Erstens muss ich dann keine Befürchtungen haben, meine ehemaligen Forschungsteilnehmer könnten von meinen persönlichsten Irrtümern erfahren. Zweitens kann ich dann auch endlich ein bisschen freier von meiner Forschung erzählen. Da warten sicher schon alle ganz gespannt drauf! Das könnte ich ja auf Englisch auch, irgendwie müsste das gehen, aber da ich die Diss. noch veröffentlichen will und sie einiges an brisantem Material enthält, das den jungen Konservativen in Schottland wohl nicht schmeckt (und den alten auch nicht), erfolgt an der Stelle meistens eine instinktive Selbstzensur, mit der ich wohl meine akademischen Schäflein ins Trockene zu bringen hoffe. Drittens habe ich momentan einfach so, wie ich jetzt schreibe, den meisten Spaß im Leben und will auch nicht andauernd übersetzen müssen. Das ist, wie oben schon angedeutet, nämlich nicht einfach nur eine Frage der Vokabeln. Das ist vielmehr so, als wenn ein Bayer in Berlin bayerische Mundart redet: versteht keiner und finden alle doof.
Deswegen allein ist der Sprung ins Deutsche schon irgendwie befreiend! Ich freu mich auf ein bisschen mehr davon dieses Jahr! Und auf die vielen schönen Tage, die dieses Jahr bringen wird! Bonne année, Happy New Year und Gott Nytt År uns allen! Ich freu mich auch auf eure Kommentare!

Na dann werd ich doch mal einen Kommentar hinterlassen! Ein gesundes neues Jahr wünsch ich Dir und ganz viel Erfolg und Freude für 2012.
Danke, Naddy! Ich Dir auch!! Ich würde auch gerne mal hören, wie es Dir geht, vielleicht auf Skype? Das wäre schön!
To begin, as with most things – with the provision of context. Having been directed to the blog some time ago, though only recently having taken the additional step between knowledge of its existence and experience of reading through.
The virtual medium continues to perhaps find challenge in defining itself within traditional categories of interaction – whether personally, or professionally. Yet, its inability to be so defined also allows it to transcend restraint and expectation.
Blogs such as this, as a sharing of thought, feeling and sometimes even emotion. Expression, without expectation of response – yet welcome of the comment and of acknowledgment of its being read.
The suggestion then, of continuing to compose what has been an entirely engaging read and envelopment within a more live and interactive literature, and reassurance that even with so many ‘hits’, there should be apparent, in all ways, an appreciation of its existence.
- best of luck for the New Year.
Thank you so much for these warm words of encouragement, James. You are quite right to point to the advantages of blogging over other forms of communicative interaction. I have lost them out of sight, I think, in the last few months, and even though I have mused upon the reasons why in quite a few posts and privately to myself, I am still not entirely sure why it happened that way. It is a mystery that I shall solve by overcoming it – in writing blog posts again
Best of luck to you, too!