Monthly Archives: January 2012

Team building exercise #99

Was man im Kopierraum so finden kann…Vorschläge zur Erzeugung von einem gewissen Kollektivgefühl? Oder geht’s da in erster Linie um Sputnikfantasien? Auf jeden Fall eine sehr anspruchsvolle Sache, so aus dem Stehgreif 1 Dose Nahrungskonzentrat, 30qm Fallschirmseide und 1 Schlauchboot unter einen Hut zu bringen!

Frohes Neues + ein Quentchen Kritik

Nun ist das Jahr schon etwas fortgeschritten, ein-zwei Politskandale konnten sich schon breit machen, alle sind wieder auf Malooche – trotzdem: Ein Gesundes Neues Jahr sei euch allen gewünscht!

Dieses Jahr fängt, wie wohl schon bemerkt, auf Deutsch an. Ich wohne ja jetzt wieder in Deutschland und bin daher von deutschen Dingen umgeben. Das hört sich nur blöd an, wenn man sich nicht vergegenwärtigt, dass wir ja irgendwie schon in einer globalen Welt leben. Ich arbeite jetzt auch vorwiegend auf Deutsch und nicht mehr so viel auf Englisch. Vor allem deswegen konnte ich in den letzten Monaten immer seltener nur Gedanken, die mir wichtig waren und die ich gerne auf einem Blog mitgeteilt hätte, ins Englische übertragen. Die meisten Dinge sind ja nur in dem Kontext, in dem sie auftreten oder sich ereignen, interessant. Da ist es mit der Globalisierung oder sogar nur Internationalisierung nicht so weit her. Was mich hier auf Deutsch und in Deutschland interessiert, das ist für Briten oder Amerikaner noch ziemlich lange ziemlich langweilig. Uns interessiert ja auch nicht, warum die Konservativen in Schottland so schlecht dastehen oder wo es mit der Unabhängigkeitsbewegung in dem Land hingeht, und bei den Amerikanern, wo wohl noch am ehesten ein paar mehr Sachen ein wenig Neugier hervorrufen, naja, da wissen wir letztlich ja auch , dass die alle irgendwie nicht ganz richtig ticken, und mehr wollen wir dann schon oft nicht mehr wissen. (Quid pro quo? Man kann es nicht genau sagen.)

Jetzt fange ich das Jahr zwar auf Deutsch an, aber das soll nun auch keine gänzliche Transformation bedeuten. Ist halt alles im Fluss. Kommt sicher auch wahl wieder etwas Englisches mit bei rum. Ändern tut sich an wesentlichen Dingen wenig, egal welche Sprache frau benutzt. Ein großes Problem beim Bloggen ist für mich die Abwesenheit von einem echten Gespräch, also dass man eben auch Antworten kriegt. Das finde ich immer schade. Da sitz ich hier und schreibe und kriege auch erstaunlich viele ‘hits’ im Laufe eines Tages, aber keiner sagt einen Mucks direkt zu mir. Blöd ist auch, dass ich instinktiv immer so etwas wie Lernerfolgsgeschichten schreiben will. Das sind Anekdoten, in denen ich erzähle, wie ich irgendwie was dazu gelernt habe. Das Genre liegt mir irgendwie, mache ich auch ganz gerne, wirklich – Irren ist menschlich und Dazulernen ist einfach toll – aber da macht man sich auch so angreifbar! Das ist immer etwas schwierig. Das verwandte Genre des Kritikübens an den bestehenden Verhältnissen ist mir dann widerum zu arrogant und besserwisserisch, obwohl es mir leider auch liegt.

Also bleibt zum Bloggen immer gar nicht so viel übrig! Oder doch? Sicherlich ändert sich das alles ein wenig, wenn ich auf Deutsch blogge. Erstens muss ich dann keine Befürchtungen haben, meine ehemaligen Forschungsteilnehmer könnten von meinen persönlichsten Irrtümern erfahren. Zweitens kann ich dann auch endlich ein bisschen freier von meiner Forschung erzählen. Da warten sicher schon alle ganz gespannt drauf! Das könnte ich ja auf Englisch auch, irgendwie müsste das gehen, aber da ich die Diss. noch veröffentlichen will und sie einiges an brisantem Material enthält, das den jungen Konservativen in Schottland wohl nicht schmeckt (und den alten auch nicht), erfolgt an der Stelle meistens eine instinktive Selbstzensur, mit der ich wohl meine akademischen Schäflein ins Trockene zu bringen hoffe. Drittens habe ich momentan einfach so, wie ich jetzt schreibe, den meisten Spaß im Leben und will auch nicht andauernd übersetzen müssen. Das ist, wie oben schon angedeutet, nämlich nicht einfach nur eine Frage der Vokabeln. Das ist vielmehr so, als wenn ein Bayer in Berlin bayerische Mundart redet: versteht keiner und finden alle doof.

Deswegen allein ist der Sprung ins Deutsche schon irgendwie befreiend! Ich freu mich auf ein bisschen mehr davon dieses Jahr! Und auf die vielen schönen Tage, die dieses Jahr bringen wird! Bonne année, Happy New Year und Gott Nytt År uns allen! Ich freu mich auch auf eure Kommentare!